published 22.07.01 Extra-Tipp

Peter ist der König

Leichtathletik (mikü). Er hatte sich die Haare schwarz-rot-gold gefärbt, um im australischen Brisbane die deutschen Farben zur Geltung zu bringen. Übrig geblieben sind davon noch das Schwarz - und jede Menge Erinnerungen. Denn für den Büdericher Peter Zelz ging ein Traum in Erfüllung. Im australischen Brisbane wurde er sensationell Weltmeister bei den Zehnkämpfern in der Altersklasse 40. Jetzt darf sich Peter zu recht "König der Athleten" nennen.

Erfolge hatte er ja schon vorzuweisen. Achter bei den letzten Weltmeisterschaften, dann die Bronzemedaille bei den Fünfkampf-Europameisterschaften in der Halle in Bordeaux (Extra-Tipp am Sonntag berichtete). Aber nun folgte die Krönung des "Königs". Die war allerdings mit einigen Umständen verbunden. Denn so manches war innerhalb der Organisation der "World Veterans Athletics Championships" in "down under" kurios. Als zum Beispiel die stärkere zweite Gruppe noch vier Wettkämpfe vo r sich hatte, war die erste Gruppe bereits fertig. Der Grieche Konstantinidis Chamouroudis wurde zum Sieger erklärt, es gab eine offizielle Zeremonie und die Goldmedaille. Staunen bei den noch im Wettkampf befindlichen Athleten, den Fachjournalisten und den Betreuern. Der folgenschwere Irrtum - inzwischen hatte der Grieche schon Interviews im Fernsehen gegeben - fiel spät auf. Und er war für Peter Zelz zusätzliche Motivation. Schon am ersten Tag hatte er einen tollen Wettkampf hingelegt, hatte die Konkurrenz mit eine schnellen 100 m-Lauf (12,35) und einem satten Satz in seiner Paradedisziplin Weitsprung (6,28 m) geschockt. Doch die setzte noch auf einen vermeintlich schwächeren zweiten Tag von Peter Zelz. Doch da hatten vor allem die Amerikaner ihre Rechnung ohne Peter Zelz und seinen akribischen Betreuer Rainer Anton gemacht. Gleich in der ersten Disziplin am zweiten Tag, den 110 m Hürden, zeigte er seinen Mitbewerbern die Hacken: 17,66. Nach dem schwächeren Diskuswurf und den durch ungewohnte Stäbe nicht ganz so guten Stabhochsprung war aber beim Speerwerfen schon alles entscheiden. Genervt von den zahlreichen Mätzchen und Psychotricks der Amerikaner schleuderte er den Speer auf 42,10 m- vier Meter über seine Bestmarke. Riesenjubel auf der Tribüne beim deutschen Team. ungläubiges Staunen bei Peter Zelz. Doch spätestens jetzt war auch ihm klar dass er gewinnen würde. Zu groß war der Vorsprung vor dem abschließenden 1.500 m-Lauf, den er trotz Taktiererei seiner amerikanischen Konkurrenten und dank Mithilfe seines Teamgefährten Stefan Gehrum in 4:5991 noch ziemlich locker absolvierte: Gold für Peter Zelz, der für den DSV 04 Lierenfeld startet.